Eine der zentralen Übungen der Meisner-Technik ist die Repetiton Übung. Sie ist die Grundübung der Meisner-Technik und wie keine zweite dazu geeignet, die Fähigkeit zuzuhören und Kontakt aufzubauen zu trainieren. Nichts verdeutlicht besser, wie diese Übung in der Praxis einsetzen kann, wie diese Szene zwischen Matt Damon und Robin Williams aus „Good Will Hunting“.

Es wird kaum Text ausgetauscht, nichts „erzählt“. Robin Williams wiederholt vielmehr immer den gleichen Satz. Die Magie, das „Verstehen“ bei Matt Damon geschieht durch den Kontakt, den Williams aufbaut. Und diesen Kontakt baut man eben nicht durch Text sondern dadurch auf, das er seinen Focus komplett auf sein Gegenüber verlegt und sich somit komplett öffnet und zuläßt.
Der Austausch ist rein emotional, nur die Präsenz und die Wiederholung des selben Satzes, läßt Damon „verstehen“. Immer noch ergreifend und eine der besten Performances von beiden Schauspielern.

Da Robin Williams in diesem Film einen Therapeuten spielt, ist es natürlich auch für einen Coach interessant zu sehen, wie man zu einem Coachee durchdringen kann. Niemand wird bestreiten, das ein Gefühl dafür, „wo“ der Coachee sich gerade emotional befindet, zentral für den Erfolg oder Mißerfolg einer Session ist. Dabei kann jeder Termin den Durchbruch für beide Parteien bringen, wenn man den Moment erkennt, besser gesagt ihn fühlt. Die Repetition wird auch „Moment-to-moment Game“ genannt, da sie darauf abzielt, die Wahrnehmung und das Zuhören in jedem Moment zu trainieren. Für mich als Coach eine Kompetenz, ohne die ich nicht arbeiten könnte und die mir bei vielen Ausbildungen im Bereich Training/Coaching fehlt. Robin Williams hätte keinen Durchbruch erzielt, wenn er die Situation rational analysiert und sich nicht preisgegeben hätte. Man kann darüber streiten, ob ein Coach das zulassen sollte, was Robin Williams hier macht und ob das Coach/Coachee Verhältnis eingehalten wird.  Aber es ist ja ein Film und soll zur Inspiration dienen, nicht zum nachahmen. Tatsache ist aber, das Matt Damon sich nicht so geöffnet hätte, wenn Robin Williams die Wand zwischen Patient und Arzt nicht eingerissen hätte.

Der reine Austausch auf emotionaler Basis, ermöglicht es uns Blockaden abzubauen und ohne Worte zu kommunizieren.

Diese Menschen begegnen sich auf intensivster Ebene und erzählen über sich, ohne sich verbal auszutauschen.

Das diese Regel nicht nur im Schauspiel herrscht, sondern allgemein gültig ist, beweist dieses Projekt. Man braucht noch nicht einmal Worte, um sich mitzuteilen und in tiefen emotionalen Kontakt zu kommen:

Es ist magisch was passiert, wenn wir uns einfach in die Augen, die Fenster der Seele, schauen. Ist das Coaching, welches Regeln und Praktiken folgt? Nein, sicher nicht,  aber das diesen Menschen durch diese simple Übung  geholfen wurde miteinander in Kontakt zu kommen ist offensichtlich.
Hier ein weiteres Beispiel

Die Beziehung zwischen Menschen, die Atmosphäre die aufgebaut wird, ist das was uns bannt und fesselt. Man stellt zwei Menschen gegenüber, achtet darauf das sie Wahrheiten austauschen und diese wiederholen und etwas magisches beginnt.

Its in you. You have it. Coaching just sets it free.