Wenn ich auf einschlägigen Business Portalen surfe, finde ich immer wieder Aussagen wie „Präsentieren wie Steve Jobs“ oder „Das Geheimnis von Steve Jobs“. Klickt man auf diese Angebote, werden einem mehr oder weniger neue Konzepte zur Präsentation angeboten.

Natürlich inszenierte Jobs jede Keynote wie ein Theaterstück und selbstverständlich verkaufte er nie ein Produkt, sondern immer eine Emotion. Wer aber brachte Jobs auf den Weg dahin? Wer gab ihm die entscheidenden Impulse?
Steve Jobs trainierte und coachte sich in erster Linie selbst!
In seiner berühmten Stanford Commencement Speech, teilt Jobs sein Geheimnis, wieso der Mac anstatt technokratischer grüner Schrift auf schwarzem Grund, als erster Computer überhaupt eine auf die Plattform abgestimmte Schriftfamilie hatte. Als Jobs auf dem Reed College aus seinem Hauptstudium ausschied und nicht wußte was er mit seiner Zeit anfangen sollte, entschied er sich einen Kalligraphie Kurs zu besuchen. Das College war berühmt für diese Klassen und so lernte Jobs alles über Schriften, die Entstehung und Bedeutung der Serifen oder Sans-Serifen. Nichts von dem folgte irgendeinem Plan, nichts konnte er gebrauchen, es machte ihm einfach nur Spass. Er war seinem kindlichen Urinstinkt gefolgt.

10 Jahre später designte er mit seinem Team den ersten Mac und alle Erfahrungen, alle Erinnerungen an diese Klasse, kam zurück. Der erste Mac bekam so als erster Computer eine Schrift, bei der sich Menschen ETWAS GEDACHT hatten. Und so wurde aus einem rationalen Erlebnis eine emotionales. Einen Mac zu gebrauchen war schön! Es war ein Computer, der nicht nur seine Aufgaben erledigte, sondern der einem etwas gab: eine Emotion.
Und genau dieses Prinzip verfolgte Jobs auch bei seinen Keynotes: Er gab dem Zuschauer keine Produkte. Er gab ihnen das Gefühl an etwas schönem teilzuhaben.

Jeder von uns hat Erfahrungen. Jeder hat noch immer den kindlichen Urinstinkt in sich, manchmal tiefer vergraben, manchmal weniger. Niemals werden wir etwas außergewöhnliches, etwas neues schaffen, wenn wir nicht unseren individuellen Gegebenheiten folgen.

Also: Gehen sie in sich. Hören sie auf Ihre Wünsche und Träume, folgen sie dem ersten Impuls und versuchen Sie nicht ein Sache einfach nur zu machen, sondern versuchen Sie IHRE Sache schön zu machen. Schönheit zahlt sich aus. Apple ist eines der erfolgreichsten und reichsten Unternehmen der Welt. Mit schönen Dingen.

Es ist also eigentlich ganz leicht, zugleich aber auch unheimlich schwer, wie Steve Jobs zu präsentieren. Er folgte nämlich nicht, wie viele Coaches uns erzählen wollen, festen Vorgaben oder Konzepten. Nein. Er folgte einfach nur: Sich selbst.

Gruß
Hendrik Martz